Erneuter Bergrettungseinsatz
Die Bergretter stehen in diesem Sommer unter enormem Stress. Die meisten von ihnen sind ehrenamtlich tätig und müssen immer wieder ausrücken. Während andere Bergrettungen mit Kamerateams Hochglanzreportagen fürs TV drehen, ist das bei den Bergrettern anders. Zwar sind auch sie in Einsätzen, aber das hat einen gewissen Beigeschmack, wie die Franken sagen würden. Die allermeisten Bergretter müssen schnelle und sehr effektive Rettungen für Erkrankte, Verletzte, Verunfallte und in Bergnot Geratene ausführen.
Die Bergretter in Marktschellenberg mussten heute erneut zu einem besonderen Bergrettungseinsatz ausrücken. Eine Mutter aus München hatte mit ihren zwei kleinen Kindern eine Zweitagestour auf dem Untersberg unternommen. Sie war mit dem Zug angereist und über Bischofswiesen auf das Stöhrhaus aufgestiegen, wo sie übernachteten. Am Freitag ging es dann weiter über die Mittagsscharte zur Toni-Lenz-Hütte. Doch oberhalb der Mittagsscharte passierte ein kleiner Unfall. Die Mutter rutschte aus und stürzte am Wanderweg. Dabei verletzte sie sich an den Beinen, sodass sie nur noch langsam und unter Schmerzen talwärts kam.
Als sie nach Stunden kurz vor der Toni-Lenz-Hütte war, musste die Frau einen Notruf absetzen, da sie nicht mehr weiterkonnte.
Die Rettungsleitstelle entsandte den RTH Christoph 14 und die Bergretter aus Marktschellenberg zum Einsatz.
Zunächst flog der RTH einen Luftretter der Bergwacht und den Notarzt zum Einsatzort, wobei man zunächst eine falsche Örtlichkeit hatte. Man nahm an, dass sie sich noch oberhalb der Mittagsscharte befand. Erst nach einem erneuten telefonischen Kontakt mit der Verletzten konnte sie lokalisiert werden. Der Hubschrauber setzte den Luftretter und den Notarzt mittels Winde am Einsatzort ab.
Anschließend wurde die Verletzte zusammen mit dem Notarzt per Seilwinde aufgenommen und ins Tal geflogen. Der Bergretter stieg hingegen mit den beiden Kindern in Richtung Landeplatz Tonilenz Hütte ab.
Dort wurden sie von Christoph 14 aufgenommen und ins Tal geflogen.
So endete die zweitägige Bergtour einer jungen Familie mit einem Rettungseinsatz.
Für die Bergretter in Marktschellenberg war es wieder einmal ein wichtiger und erfolgreicher Rettungseinsatz am Untersberg.
