Der Klimawandel ist vollends eingetroffen und schlägt erbarmungslos zu. Laut Geologen ist die Straßensperre der B21 ein ganz klarer Effekt des Klimawandels, auf den das Straßenbauamt seit Jahren nur noch reagieren kann.
Es werden Lawinengalerien errichtet, Rückhaltebecken geschaffen und Ableitungswege angelegt.
Dennoch hat der Starkregen, welcher gegen 5.30 Uhr in der Region um Schneizelreuth und hoch oben im Lattengebirge niederging, seine Folgen.
In wenigen Minuten fielen über 40 Liter pro Quadratmeter und dieses Wasser brachte enorme Mengen an Geschiebe mit ins Tal.
An drei Stellen hielten die Rückhaltebecken und Auffangnetze dem Druck nicht mehr stand.
Hochmoderne elektronische Warnsysteme schlugen sofort Alarm, sodass schnell reagiert werden konnte.
Die B21 „Kleines Deutsches Eck“ wurde gesperrt, dennoch befanden sich zum Zeitpunkt der Murenabgänge mehrere Busse (Reise- und Linienbusse) sowie LKW und Pkw in dem Teilstück.
Diese konnten jedoch durch die Feuerwehr Schneizelreuth aus dem Gefahrenbereich geleitet werden.
Zwei Muren verschütteten die B21 teilweise bzw. komplett, ein Auffangbecken füllte sich jedoch vollständig.
Dieses wie auch die Mure, welche die B21 vollkommen verschüttet hatte, bedrohen die B21 weiterhin extrem.
Die Sperren müssen daher bis zur Sicherung und Ende der Regenfälle bestehen bleiben.
Diese Sperre missachteten Dutzende, darunter ein Linienbus von Salzburg nach Zell am See samt Fahrgästen. Der Fahrer argumentierte, der Disponent habe gesagt, es gehe schon irgendwie, er müsse den Fahrplan einhalten.
Aber auch viele Lieferdienste, die von Salzburg in den Pinzgau fahren wollten, ignorierten die Sperre. Sie beschwerten sich, wenn Bagger und LKW die Straße blockierten.
Doch auch viele Einheimische und Pendler wollten den Umweg über die B305 durch Ramsau und Bischofswiesen unbedingt vermeiden. Sie fuhren einfach in den abgesperrten Abschnitt.
Für die Verkehrsführung ist diese Totalsperre der Worst Case, da der gesamte Verkehr, darunter viel Schwerverkehr, nun über die Ramsau ausweichen muss. So bildete sich an einer Baustelle in der Ramsau ein kilometerlanger Rückstau, da die Straße dort ampelgeregelt ist. Des Weiteren erlitt die B305 wenige hundert Meter von der Baustelle entfernt einen Unterstühlungsschaden durch die Ramsauer Ache. Deshalb muss die Straße ebenfalls verengt werden, um die dringenden Reparaturarbeiten zu erledigen.
Gegen 8.30 Uhr, nach knapp einer Stunde Regenpause, setzte erneut heftiger Regen ein. Laut Meteorologen soll der Niederschlag erst gegen frühen Nachmittag beendet sein, bis dahin rechnet man mit der Sperre.
