Es war über Generationen hinweg Heimat für Menschen in Berchtesgaden. Gerade sozial Schwächere hatten dort die Möglichkeit, innerhalb des Ortes alles fußläufig zu erreichen. Dann wurde es immer konträrer, es wurde alt und die Sanierungen blieben aus.
Irgendwann entstand der Gedanke, man müsse es neu bauen, neu planen und auf eine neue Zukunft ausrichten. Das war noch vor den exorbitanten Baupreissteigerungen, die ganz Europa erfassten.
Schließlich haben dort einst auch Prominente ihre Verwandten besucht, wie der bekannte Musiker und Entertainer, Trompetenspieler Stefan Mross, dessen Oma in diesem Haus wohnte. Die Entscheidung ist jedoch gefallen: Das gesamte Gebiet des ehemaligen Gymnasiums Berchtesgaden, das ja auch schon teilweise dem Abrissbagger zum Opfer gefallen ist, soll weichen.
Es soll eine neue Heimat mit 60 Wohnungen entstehen. Ob es jedoch jemals wieder dieses soziale Gefüge bieten wird, in dem auch sozial schwächere Menschen einen lebenswerten Raum finden, ist fraglich.
In vielen anderen Kommunen sind solche zentralen Lagen nach derartigen Maßnahmen heute Lebensräume für Besserverdiener geworden.
Noch immer sucht man am Kreisverkehr Berchtesgaden Bahnhof in dem Wohnobjekt Königsseerstraße Mieter, denn anders als gedacht wurden die Mieten doch nicht so attraktiv wie versprochen.
Das Objekt in der Salzburger Straße ist nun eine Benchmark, die beweisen kann, dass es auch anders geht. Für Berchtesgaden und die Region kann dies der Beginn einer guten Zukunft sein. Wann nach dem Abriss die Bagger rollen werden, um wieder aufzubauen und das Neue entstehen zu lassen, ist noch nicht genau festgelegt. Die Bevölkerung hofft auf das Beste.
