Innerhalb von 40 Minuten gab es 50 Hasskommentare.
In Deutschland hat jeder Bürger das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Recht zu demonstrieren. Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich. Man darf sie nicht wegen ihrer Hautfarbe, Religion, sexuellen Orientierung, ihres Geschlechts usw. benachteiligen oder diskriminieren. So ähnlich lautet das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.
Berchtesgaden ist ein Ort, der geschichtlich tiefe Wunden trägt, die von der unbeschreiblichen Herrschaft der Nazis stammen, deren zweites Hauptquartier hier war. Noch heute merkt man diese unsägliche Last der Bevölkerung und der damaligen rechten Schwerverbrecher.
Leider gehört es in einer Zeit des Wiedererstarkens einer rechtspopulistischen Wählerschaft dazu, dass viele Menschen in diesem Teil Deutschlands nichts dazugelernt haben.
Eindeutig rechtsnationale und völkische Parteien haben enormen Zulauf. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sich nach einer CSD-Demo in Berchtesgaden auf einem normalen Nachrichtenportal in so wenigen Minuten so viel Hass und Hetze entlädt.
Während viele Zuschauer den rund 240 Demonstranten beim Demonstrationszug noch freudig zuwinkten, entlud sich der Hass und die Hetze der rechtspopulistischen, ausländerfeindlichen und queerfeindlichen Menschen in wenigen Minuten.
Beim Durchlesen der Kommentare – etliche mussten sofort gelöscht werden, da sie nur noch abartig waren – bekam man Gänsehaut und es zeigte sich, wie intolerant viele sind.
Doch warum ist das so?
Nach dem Terrorakt in Berlin, bei dem eine Frau ihr Leben ließ und sehr viele zum Teil schwer verletzt wurden, hat die Polizei beim CSD ein erhöhtes Sicherheitskonzept umgesetzt.
Insgesamt begleiteten 20 Polizist*innen den Zug und sicherten ihn mit neun Dienstfahrzeugen ab. Es gab Straßensperren und Fahrzeuge, die die Zufahrten blockierten, um jegliches Einfahren zu verhindern.
Glücklicherweise blieb alles friedlich und die Demonstration konnte ohne Zwischenfälle abgehalten werden. Der große Unterschied zu den rechtspopulistischen Demo-Aufzügen ist, dass die Demonstranten gute Laune verbreiten, fröhlich sind und Bunt sind und nicht vom Hass auf Andersdenkende zerfressen sind. Dies vermitteln auch die zusätzlichen Infostände im Markt, die für Vielfalt stehen. Gerade ein Ort wie dieser, bei dem Berge und das Bergsteigen im Mittelpunkt stehen, ist ein enger Gremant für die Vielfältigkeit des Deutschen Alpenvereins, ebenso wie die Initiative BGD gegen Rechts oder auch das Engagement von Grünen, Linken und SPD.
Wer sich wiederum der Demo verweigerte, anders als in München, waren die CSU und die Freien Wähler.
Die AfD war eigentlich klar, dass sie dieser Demonstration nicht beiwohnen werden, weil sie genau das verkörpert, was hier kritisiert wird.
Bauernverband, Agrarinitiativen, Bayernpartei, Handwerkerinnungen und Ähnliches waren auch nicht vertreten, weil es in der Region extrem schwierig ist, wegen der Grundstimmung.
Impressionen der gelungenen Demonstration gibt es hier bei AKTIVNEWS.
