Da hätte es Tote geben können.
Mit drastischen Worten schilderten die Einsatzkräfte vor Ort die Situation. Ja, wenn wir nicht so ein Wunder gehabt hätten, dann hätten wir bei so einem Unfall auch einige Blechkisten wegtragen dürfen – damit waren Särge gemeint. Auf der BAB 8 wurde der Feuerwehr am Morgen kurz vor 8 Uhr ein Unfall mit einem quer auf der Fahrbahn liegenden Sattelzug gemeldet. Diese rückte mit 28 Einsatzkräften der Hauptwache Teisendorf und dem Löschzug Freidling an. Doch schnell stellte sich heraus, was wirklich passiert war.
Eine landwirtschaftliche Zugmaschine (Traktor) war bei einem Landwirt rund 1000 Meter entfernt oberhalb der Autobahn aus ungeklärter Ursache plötzlich ins Rollen geraten. Das tonnenschwere Gefährt machte sich dann auf den Weg talwärts über ein steiles Feld. Dabei musste das führerlose Fahrzeug eine kleine Zufahrtsstraße zu anderen Landwirtschaftsbetrieben sowie einen großen Holzlagerplatz queren.
Nach rund 1000 Metern Strecke walzte es einen Wildschutzzaun nieder und begab sich auf die vielbefahrene Autobahn München-Salzburg. In Fahrtrichtung Salzburg querte das tonnenschwere Fahrzeug, ohne ein anderes Fahrzeug zu rammen, die Fahrbahntrennung der Fahrspuren und schlug dabei seitlich über die Leitschienen ein. Es blieb mit einem Teil des Traktors an den Leitschienen hängen. Auch in Fahrtrichtung München traf es trotz des sehr regen Wochenendverkehrs kein Fahrzeug.
Bei dem Unfall traten Dieselkraftstoff und Hydrauliköl aus, die die Feuerwehr zum großen Teil binden konnte. Ein Teil davon gelangte jedoch in die Oberflächenentwässerung und wurde von vorbeifahrenden Fahrzeugen auf der Autobahn verteilt.
In Richtung München kam es zu einer mehr als zweistündigen Totalsperre mit enormen Folgen: Der Verkehr staute sich 16 Kilometer weit zurück. In Richtung Salzburg konnte der Verkehr nach kurzer Zeit einspurig vorbeigeleitet werden, jedoch bildete sich auch dort ein sieben Kilometer langer Rückstau.
Die Landwirte bargen den havarierten Traktor mit ihren Fahrzeugen.
Am Traktor entstand ein Totalschaden, dessen Höhe noch nicht beziffert werden kann, jedoch wird von einer Schadenssumme von mehr als 120.000 € ausgegangen. Auch die Autobahneinrichtung wurde beschädigt und die Fahrbahn musste mit einem Spezialreinigungsfahrzeug gereinigt werden.
Die Autobahnmeisterei sicherte die Leitschienen und den Wildschutzzaun und beseitigte Fahrbahnschäden.
Die Polizei hat mit den Ermittlungen zur Unfallursache begonnen.
Auch die Polizei bestätigte, dass sie so etwas noch nicht erlebt hatten. An derselben Stelle sind schon mehrfach sehr schwere und tödliche Unfälle passiert, weshalb alle sichtlich erleichtert waren, dass dieser extrem spektakuläre Unfall so glimpflich mit Sachschaden verlief.
