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22-09-2017 Reicht BUND Naturschutz klagegegen den Neubau Jennerbahn ein?

Klage??

Ein Kleinod wird zerstört

Außerdem: Antrag auf Nutzungsuntersagung der Baustraße im Nationalpark

Bereits im Mai hatte der BUND Naturschutz (BN) Mängel in der Bauausführung angesprochen und durch die Regierung von Oberbayern war der Weiterbau der Baustraße oberhalb des Mitterkasers zunächst eingestellt worden. Jetzt weicht die Bauausführung der Baustraße auf der Nationalparkwiese massiv von der genehmigten ab und in dem neuen Gebäude der Bergstation ist neben 6 Appartements eine Wohnung mit 139 Qudratmetern vorgesehen.

Klage gegen Bauausführung der Bergstation

Vorsorglich hat der BN Klage gegen den Bescheid zum Bau der Bergstation vom 25.07.2017 eingereicht, da abweichend von der ursprünglichen Planung mit 10 Appartements a‘ 30 Quadratmeter sechs Appartements zwischen 33 und 35 Quadratmetern genehmigt wurden sowie eine 139 Quadratmeter große Wohnung für den Bereichsleiter. Der BN hatte die 10 Appartements nach längerer Debatte mit den Vertretern der Jennerbahn akzeptiert, da es hieß, nur so könne man qualifiziertes Personal bekommen. Auch wenn jetzt argumentiert wird, die Fläche sei doch gleich geblieben, bleibt die Naturzerstörung für reinen Luxus, ganz abgesehen von den Bau- und Unterhaltskosten. Da die Flächen bereits aus dem Fels geschlagen wurden, wäre eine Möglichkeit, die Fläche der Öffentlichkeit zu Informationszwecken über den Jenner und den Nationalpark, das dort noch heimische Birkwild und weitere streng geschützte Arten sowie die Bergwelt zur Verfügung zu stellen.

Antrag auf vorläufige Nutzungseinstellung

Seitens des Naturschutzes bestand die Hoffnung, dass nach der Kritik an der Bauausführung bei der Baustraße und der Baueinstellung oberhalb des Mitterkasers im Mai wegen der Balz des Birkwilds künftig Auflagen der Bescheide und Vereinbarungen eingehalten werden. Statt dessen wurde die Wiese im Nationalpark unterhalb der Bergstationabweichend von der Genehmigung komplett überfüllt. Das ist auch deshalb unzulässig, weil sich direkt im Anschluss an die Wiese ein Balzplatz befindet, vor dem sich jetzt die 15 – 18 Meter hohe Aufschüttung der Baustraße auftürmt. In den Vorgesprächen war auch nie die Rede davon, dass 45-Tonner dort fahren werden, wie in dem Bericht vom 05.08.2017 im Berchtesgadener Anzeiger nachzulesen ist. Deshalb wurde der Antrag auf Nutzungsuntersagung gestellt.

Immer wieder: Mehr Fels als gedacht

Bereits im Waldstück zwischen Sulzbergkaser und Spinnergraben war die Menge des abgegrabenen Felses falsch berechnet worden, so dass die Aufschüttung größer wurde als geplant. In der Kurve bei der Jennerwiesenbahn, einem sehr beliebten Balzplatz des Birkhuhns, hat sich die Aufschüttungsfläche gegenüber den Planungen ebenfalls erhöht. Auch der ehemalige Fels auf der Bergstation mit dem Sendemasten – ein Biotop und prioritärer Lebensraum - wurde entgegen allen Zusagen komplett beseitigt und abgegraben. Als Grund wurde Gefahr im Verzug genannt, wobei von der Gefahrenerkennung Anfang Juni 2017 bis zur Beseitigung Anfang August 2017 rund zwei Monate liegen.

Bericht: AKTIVNEWS_BUND Naturschutz

Fotos: AKTIVNEWS_BUND Naturschutz

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